Im Spiegel sehen wir zuerst das Äußere
Wir haben gelernt, unser Äußeres zu prüfen. Dafür reichen oft wenige Sekunden. Für den Blick nach innen nehmen wir uns viel seltener Zeit.
Dabei tragen wir jeden Tag unsere Gedanken, Gewohnheiten, Erwartungen und Erinnerungen mit uns herum. Sie bestimmen mit, was wir sehen und wie wir reagieren.
Was zeigt Dir Dein innerer Spiegel?
Er zeigt Dir Dinge, die Dir gefallen. Und Dinge, die Du lieber übersehen würdest.
Vielleicht bist Du hilfsbereit. Vielleicht kannst Du gut zuhören. Vielleicht bist Du manchmal ungeduldig oder verletzt einen Menschen, ohne es zu wollen.
Ehrlich hinzuschauen bedeutet, auch diese Seiten zuzulassen. Was Du dabei erkennst, musst Du nicht sofort bewerten.
Wer bestimmt, was eine Schwäche ist?
Nehmen wir die Unordnung. Andere schütteln vielleicht den Kopf über Deinen Schreibtisch. Du kommst dort gut zurecht. Ist das dann wirklich eine Schwäche, die Du ändern musst?
Frag Dich zuerst, was Du selbst darüber denkst. Was stört Dich? Was nehmen andere wahr? Und welche Folgen hat Deine Eigenschaft für Dein Leben?
Du darfst etwas an Dir akzeptieren. Du darfst Dich auch entscheiden, etwas zu verändern.
Wenn Dein Verhalten andere betrifft
Anders sieht es aus, wenn Dein Verhalten einen anderen Menschen belastet. Dann lohnt sich ein zweiter Blick.
Wenn Du häufig unpünktlich bist, musst Du nicht gleich versprechen, ab morgen immer auf die Minute da zu sein. Vielleicht kannst Du ehrlicher werden, wenn Du eine Verabredung triffst:
„Rechne mit mir zwischen drei und vier. Ist das für Dich in Ordnung? Soll ich Dir Bescheid geben, wenn ich losfahre?“
Damit nimmst Du die Erwartungen des anderen ernst. Und bleibst ehrlich zu Dir selbst.
Vom Bewusstsein zum Handeln
Zuerst erkenne ich, was ich tue und warum ich es tue. Dann kann ich entscheiden, ob ich etwas ändern will.
Auf dem Fundament des Bewusstseins kann ich das Haus meines neuen Handelns bauen.
Manches bleibt, wie es ist. Manches verändert sich. Die Entscheidung beginnt mit einem ehrlichen Blick.
Der Spiegel Deines Herzens
Vielleicht brauchst Du eines Tages keinen Spiegel mehr, um nach innen zu schauen. Du schließt die Augen und begegnest dem Menschen, der Du bist.
Mit seiner Freude. Seinen Fehlern. Seinen Erfahrungen. Und der Freiheit, jeden Tag neu hinzuschauen.
Manchmal musst Du nicht Dein Leben verändern. Manchmal reicht es, Deinen Blick darauf zu verändern.
